
Mitarbeitendenbefragung 2025: Deshalb lohnt sich die Teilnahme
Derzeit läuft die Befragung aller ETH-Mitarbeitenden zu ihrer Arbeitszufriedenheit. Die anonymisierten Resultate geben unter anderem Aufschluss darüber, wie es den Forschungsgruppen und Teams geht. Was das bringt? Drei Mitarbeitende blicken auf ihre Erfahrungen im Jahr 2021 zurück.
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Etwa 20 Minuten dauert es, die rund 90 Fragen zur persönlichen Arbeitssituation zu beantworten. Nach vier Jahren sind die Mitarbeitenden der ETH Zürich erneut eingeladen, an der vertraulichen Befragung teilzunehmen. Die anonymisierten Antworten liefern Impulse für die Weiterentwicklung der ETH Zürich als Institution. Zudem sind sie wertvolle Rückmeldungen, die Verbesserungspotenziale in einzelnen Abteilungen, Forschungsgruppen und Teams aufzeigen können. Im Jahr 2021 wurden die aggregierten Daten deshalb erstmals den Führungspersonen als Einzelberichte zur Verfügung gestellt, sofern mindestens fünf Personen aus ihren Einheiten teilgenommen hatten.

Erkenntnisse, die überraschen
«Ich dachte immer, meine Forschungsgruppe brauche mehr technischen Rat, ich müsse näher am Experiment sein – aber das war gar nicht, was meine Mitarbeitenden wollten», erinnert sich Professorin Simone Schürle, die 2021 noch neu in ihrer Rolle war. «Viel wichtiger waren Struktur und Anleitung in Dingen, die weniger die Wissenschaft selbst betreffen. Etwa das Arbeiten nach Meilensteinen oder die Bestimmung von Prioritäten. Wichtig war ihnen auch, dass ich mir schlechte Neuigkeiten weniger zu Herzen nehme.»
Diese Einsichten brachte ein Workshop mit ihrer Gruppe, in dem sie sich mit den Ergebnissen der Befragung, welche gut ausgefallen waren, auseinandersetzten. «Das hat mir sehr geholfen. Man weiss natürlich, dass die eigene Wahrnehmung und die Einschätzung der Mitarbeitenden auseinander gehen können. Doch zu erleben, wie entscheidend es ist, regelmässig die Meinung des Teams einzuholen, ist eine ganz andere Dimension.»
Ebenfalls einen guten Einzelbericht erhielt der stellvertretende Leiter der Abteilung Facility Services, Umberto Lodi – einzelne Ergebnisse erstaunten jedoch auch ihn: «Einige Punkte hatte ich vorher in Einzelgesprächen oder Gruppensitzungen nicht wahrgenommen. Das war für mich wirklich wertvoll, um mein Team und seine Bedürfnisse besser zu verstehen.»
«Es war gut zu sehen, dass unsere Antworten ernst genommen wurden.»
Wie kam die Besprechung der Ergebnisse bei den Mitarbeitenden an? Michael Christiansen, Oberassistent in Schürles Forschungsgruppe, sagt: «Es war gut zu sehen, dass die Antworten aus unserer Gruppe sehr ernst genommen wurden. Wir haben die Fragen besprochen und geschaut, was wir als Team verändern möchten.» Auf die Frage, ob es für diese Diskussion erst die Resultate der Befragung brauchte, meint er: «Schwer zu sagen. Die Befragung hat auf jeden Fall wichtige Punkte aufgezeigt, die im Einzelgespräch vermutlich so nicht thematisiert worden wären.»
Jetzt noch teilnehmen!
Die Mitarbeitendenbefragung 2025 läuft noch bis am Freitag, 11. April 2025. Den Link finden ETH-Mitarbeitende in ihrem E-Mail-Postfach.
Die Befragung ist vertraulich. Sie wird vom externen Forschungsinstitut externe Seite Empiricon AG durchgeführt.
Gemeinsam gestalten und verbessern
Meilensteine definieren, Beschlüsse festhalten, Deadlines mit mehr Vorlaufzeit planen oder eine positive Feedback-Kultur fördern – während diese Massnahmen für Schürles Forschungsgruppe wichtige Schritte waren, resümiert Lodi: «Ganz ehrlich? Die Massnahmen aus unserem Workshop zur Arbeitsgestaltung waren nicht sehr ergiebig. Umso mehr aber die Erkenntnis: Wir wollen als Team etwas Gemeinschaftsstiftendes machen.» Seitdem treffen sie sich gelegentlich zu gesellschaftlichen Anlässen. «Das wird sehr geschätzt», meint Lodi. So vielfältig wie die Teams sind auch die Massnahmen: Manche Erkenntnisse entstehen erst im Gespräch, oft sind es die kleinen Veränderungen, die den Unterschied machen. Für Christiansen sei die Auseinandersetzung mit den Befragungsergebnissen Teil eines stetigen Verbesserungsprozesses.
Verständnis füreinander ermöglichen
Die unterschiedlichen Rollen von Vorgesetzten und Mitarbeitenden bringen verschiedene Perspektiven und Bedürfnisse mit sich. Neben dem, die Mitarbeitenden besser spüren zu können, weist Lodi darauf hin, dass die Diskussion der Ergebnisse auch ein guter Anlass sei, gegenseitiges Verständnis zu schaffen. «Ich glaube, nach unserem Workshop war einigen bewusster, dass der direkte Vorgesetzte manche Faktoren, die wichtig für die Arbeitszufriedenheit sind, nur sehr begrenzt beeinflussen kann. Zum Beispiel den Lohn.» Für die ETH hingegen sind die Antworten zur Lohnzufriedenheit ein wichtiger Indikator. Nur wer seine Stimme einbringt, kann Veränderungen anstossen.
Offenheit und konstruktiver Austausch gefragt
Für Führungskräfte kann kritisches Feedback herausfordernd sein. Dabei sei jedoch die Haltung entscheidend, so Schürle. Statt sich persönlich angegriffen zu fühlen, helfe es, sich zu sagen: «Hoppla, das ist jetzt ein interessantes Ergebnis. Wie können wir das angehen?» Auch Lodi bestätigt: «Einen Schritt zurücktreten, hilft. Als wir die Ergebnisse im Team besprochen haben, hat sich manches relativiert. Eine Befragung ist ja immer eine Momentaufnahme. Die Umfrage 2021 war genau in der Coronazeit, das hat sich natürlich auch in den Ergebnissen niedergeschlagen.» Wichtig sei deshalb, die Ergebnisse in den Kontext zu setzen und mit dem Team auf Augenhöhe darüber zu sprechen. Schürle ist sich sicher: «Selbst bei guten Umfrageergebnissen: Es gibt immer etwas, was sich lohnt, in der Zusammenarbeit zu verbessern.»
Weitere Informationen
- Mitarbeitendenbefragung der ETH Zürich
- Download Muster eines Einzelberichts (PDF, 451 KB)
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