Die Schulleitung informiert 2019 / 3

Die sogenannte «Transition Review» stellt den Strukturen und Prozessen der ETH Zürich gute Noten aus. Weitere Themen in dieser Ausgabe sind u.a. die bessere Nutzung der Hörsäle, die schrittweise Erhöhung der Parkplatzpreise auf marktübliche Verhältnisse und die personelle Aufstockung der psychologischen Beratungsstelle.

Schulleitung der ETH Zürich

Die Schulleitung hat auf Antrag der Forschungskommission grünes Licht zur ersten Vergabe eines ETH+-Grants gegeben. In der ersten Vergaberunde dieses neuen internen Forschungsförderungsinstruments erhält ein Konsortium von elf Forschenden rund um den Erdwissenschaftler Domenico Giardini 1,8 Millionen Schweizer Franken für ihr disziplinenübergreifendes Projekt «Planet MARS». Damit wird sichergestellt, dass über die nächsten Jahre alle Informationen der ETH-Beteiligung an der Insight-Mars-Mission ausgewertet werden können. Das Projekt zielt darauf ab, mit den aus der Mission gewonnenen Daten und einem interdisziplinären Ansatz die innere Struktur und Dynamik des roten Planeten zu erforschen. Insgesamt sechs Eingaben hat die interne Forschungskommission in dieser Vergaberunde beurteilt.

Gute Noten für Führung und Verwaltung der ETH

Die ETH hat solide, effiziente und angemessene Strukturen und Prozesse, die es in organisatorischer Hinsicht ermöglichen, die eigenen strategischen Ziele zu erreichen. Das ist das Fazit der sogenannten «Transition Review», welche eine externe Prüfgesellschaft im Auftrag des ETH-Rats von Oktober 2018 bis Februar 2019 zur ETH Zürich durchgeführt hat. Bei jedem Wechsel an der Spitze von ETH, EPFL oder den Forschungsanstalten gibt der ETH-Rat bei einer externen unabhängigen Prüfstelle einen umfassenden «Transition Review» in Auftrag.

«Ich freue mich, dass unsere Strukturen und Prozesse so gut beurteilt worden sind. Unsere Organisation ist richtig aufgestellt, um die komplexen Herausforderungen einer Spitzenhochschule im nationalen und internationalen Kontext zu meistern.»Robert Perich, Vizepräsident für Finanzen und Controlling

Die Prüfung umfasste die Bereiche Governance, Finanzen und Controling, Recht und Compliance sowie Immobilien. In keinem dieser Bereiche gab es auf einer fünfstufigen Skala Empfehlungen der Stufen 1 oder 2, welche dringenden Handlungsbedarf signalisieren. Der Bericht kommt zum Schluss, dass im Bereich Recht und Compliance die Reputationsrisiken wegen laufender Rechtsstreitigkeiten und im Immobilienbereich die lange Dauer von Bauprojekten (vom Bedarfsnachweis bis zum Bau von neuen Gebäuden) künftig stark zu beachten seien (Empfehlungen Stufe 3). Herausforderungen orteten die externen Prüferinnen und Prüfer auch in den ständig steigenden Transparenzanforderungen und in der Frage der Sicherung der Finanzierung und Autonomie der ETH sowie in der Sicherung der aktuell ausgezeichneten Position in Lehre und Forschung.

Die Risikolage der ETH

Die Schulleitung hat den Bericht der Risikomanagement-Kommission (RMK) diskutiert und verabschiedet. Die Risikosituation hat sich aus der finanziellen Sicht heraus nicht verändert, aber aus Sicht der Reputationsbewertung hat sie sich verschlechtert. Mit der Heraufstufung des Risikos «Fehlverhalten von Vorgesetzten und Mitarbeitenden» zu einem zentralen Kernrisiko reagiert die ETH auf die potenziellen, negativen Auswirkungen auf die öffentliche Meinung durch Fälle von Fehlverhalten von ETH-Vorgesetzten. Ein breit angelegtes Massnahmenpaket ist im Rahmen des Projekts «Führung» in Erarbeitung. In diesem Projekt entwickelte Verbesserungen werden laufend eingeführt. Die neue Initiative ETH+ wurde im vergangenen Jahr in mehrere Risiken integriert. Nach der erfolgreichen Durchführung des ersten ETH+-Zyklus wurde dieses Risiko zurückgestuft und teilweise aus den Beurteilungen der einzelnen Risiken entfernt.

Hörsäle besser nutzen

Die Studierendenzahlen an der ETH steigen stetig an. Das Wachstum der Unterrichtsräume kann damit nicht Schritt halten. Auch wenn ab Frühlingssemester 2020 der grösste Hörsaal der ETH Zürich, der denkmalgeschützte Scherrer-Hörsaal, nach einer Sanierung wieder zur Verfügung steht, wird diese Entlastung nur vorübergehender Natur sein. Deshalb hat die Schulleitung beschlossen, ab dem Herbstsemester 2020 sowohl im Zentrum wie auf dem Hönggerberg auf die Mittagspause von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr zu verzichten und die Hauptunterrichtszeiten auf 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr auszudehnen. Das bedeutet eine Erhöhung von acht auf zehn Stunden pro Unterrichtstag.

«Angesichts der steigenden Studierendenzahlen kommen wir einfach nicht darum herum, die vorhandenen Unterrichtsräume besser auszulasten.»Sarah Springman, Rektorin

Die Anfangszeiten im Zentrum bleiben jeweils bei 15 Minuten nach der vollen Stunde, abgestimmt auf die Anfangszeiten der UZH (08.00) und der Kantonsschule (07.45 Uhr). Die Anfangszeiten auf dem Hönggerberg bleiben wie bisher je nach Gebäude bei der ganzen Stunde oder einer Viertelstunde davor. Verschiedene Gremien wurden einbezogen beziehungsweise informiert. Die Studienkonferenz, die Konferenz des Lehrkörpers (KdL), die Stundenplanverantwortlichen der Departemente sowie diverse Verwaltungsstellen sind mit der Neuerung einverstanden. Der VSETH ist allerdings skeptisch, ob die Kosten der Reform den Nutzen aufwiegen. Eine vorgängige externe Studie hatte ergeben, dass die ETH Zürich unter 34 Hochschulen in der Schweiz, Deutschland und Österreich die kürzesten Hauptunterrichtszeiten hat. Eine allgemeine Mittagspause kennt keine der untersuchten Hochschulen.

Vorlesungssaal Hönggerberg
Der Vorlesungssaal HCI auf dem Campus Hönggerberg. (Bild: ETH Zürich)

Aufstockung der psychologischen Beratungsstelle

Die externe Seite psychologische Beratungsstelle von ETH und Universität Zürich wird aufgestockt. Um eine rasche und niederschwellige Betreuung Studierender und Doktorierender sicherzustellen und die (zu) lange Wartezeit von zurzeit über vier Wochen zu reduzieren, hat die Schulleitung zusätzliche 140 Stellenprozente bewilligt. Damit verfügt die Beratungsstelle künftig über insgesamt sechs Vollzeitstellen. Die Kosten werden je zur Hälfte von ETH und Universität Zürich getragen.

Parkplätze: Anpassung an Marktpreise

Seit dem 1. Januar 2017 gilt die neue Parkierungsverordnung für Parkplätze an der ETH Zürich. Nun hat die Schulleitung beschlossen, die Preise für Parkplätze schrittweise auf ein marktübliches Niveau zu bringen. Gleichzeitig gilt es, die halb so hohen Preise auf dem Hönggerberg an die im Zentrum anzugleichen. Die Parkpreise liegen zurzeit bei 60 Franken pro Monat auf dem Hönggerberg und bei 120 Franken im Zentrum. Studierende erhalten einen Rabatt von einem Drittel. Zum Vergleich: Die Universität Zürich verlangt für unpersönliche Parkplätze 100 Franken pro Monat; ein Parkplatz in einer privaten Garage im umliegenden Quartier kostet zwischen 240 und 280 Franken pro Monat. Nun werden die Parkpreise auf dem Hönggerberg ab 1. Januar 2020 von 60 auf 90 Franken und ab dem 1. Januar 2022 von 90 auf 120 Franken erhöht. Ab dem 1. Januar 2024 werden in einem dritten Schritt mit einer weiteren Erhöhung um 50 Prozent auf 180 Franken pro Monat die Parkpreise an beiden Standorten an Marktpreise angenähert.

Parkhaus
Die Preise für Parkplätze an den Standorten Zentrum und Hönggerberg werden bis 2024 schrittweise erhöht. (Bild: ETH Zürich)

ETH in Dübendorf

Der Bund bzw. die ETH Zürich übernimmt die Hallen 2 und 3 auf dem Areal des ehemaligen Militärflughafens Dübendorf. Dort soll in naher Zukunft der Innovationspark Zürich (IPZ) mit Fokus auf Mobilität, Robotik und Aviatik entstehen. Bereits jetzt forschen in einem Teil von Halle 3 einzelne Professorinnen und Professoren aus den Bereichen autonomes Fahren und Robotik. Das IPZ-Areal ist im Eigentum der Eidgenossenschaft. Die Halle 2 wird voraussichtlich bis 2020 noch von armasuisse genutzt und kann dann von der ETH übernommen werden. Die Hallen 2 und 3 sollen samt Umschwung vom übrigen IPZ-Areal ausgeschieden werden, das der Bund dem Kanton Zürich im Baurecht abgibt. 

Mehr Platz für das CSCS in Lugano

Das externe Seite nationale Supercomputing-Zentrum CSCS, das seit 2012 im Neubau LCA in Lugano-Cornaredo beheimatet ist, wird in den nächsten Jahren voraussichtlich von aktuell rund 110 Mitarbeitenden auf etwa 180 Personen wachsen. Steigende Drittmittelprojekte und ein erweiterter Aufgabenbereich (internationale Präsenz) führen zu diesem Wachstum. Um die zusätzlichen Flächenbedürfnisse des CSCS zu decken, soll das LCA-Gebäude um zwei Stockwerke aufgestockt werden. Dafür beantragt die ETH Zürich beim ETH-Rat über die Eingabe eines Bedarfsnachweises ein Bauprojekt in der Höhe von 9 bis 12 Mio. Franken.

Regelmässige Informationen aus der Schulleitung

Die Schulleitung der ETH Zürich trifft sich alle zwei Wochen zur ordentlichen Schulleitungssitzung. In dieser Rubrik wird kurz über die wichtigsten Entscheide aus diesen Sitzungen informiert, in dieser Ausgabe diejenigen der Sitzungen der Schulleitung ab April 2019.

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16 Kommentare

  • Susanne Surber11.07.2019 08:29

    Marktübliche Preise? Man kann doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Am Hönggerberg sind diese Werte schlichtweg nicht richtig. Für einen (prinzipiell nicht garantierten) Parkplatz werde ich Zukunft einen "angenäherten" Preis zahlen, den ich in der Innenstadt für einen privaten, garantierten Platz bezahlen müsste? Diese Erhöhung kommt einer versteckten Lohnreduktion gleich. Manche von uns sind darauf angewiesen, mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können (Familie, andere Verpflichtungen etc.). Die ETH rühmt sich, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein und Teilzeitbeschäftigungen zu fördern, insbesondere Frauen in die Arbeitswelt zu integrieren. Als Angestellte (mit Kindern) muss man oft einen Spagat zwischen Arbeit und Familie machen und da spielt die Zeit zwischen Arbeitsort und Zuhause eine grosse Rolle. Nun sollen diese Personen, die sich für die sich für Familie und Kinder engagieren noch mehr zahlen für einen Parkplatz? Teilzeitangestellte haben weniger Lohn und müssen den gleichen Preis zahlen, für einen Parkplatz, den sie weniger nutzen?

     
    • Markus Schirmer17.07.2019 12:02

      Man kann auch sagen den Nagel auf den Kopf getroffen. Danke. :-)

       
       
    • Sebastian Reitz16.07.2019 10:37

      Super Kommentar :-)

       
       
     
  • Ekkehard Spilling09.07.2019 08:33

    Zur Risikolage der ETH: Hat die Schulleitung auch im Blick, dass es im Bereich Datenschutz ein Compliance-Risiko aufgrund der Anpassung des Schweizer Datenschutzrechts an die entsprechenden EU-Verordnung gibt?

     
       
    • Markus Schirmer09.07.2019 06:21

      Ich frage mich auch wo in Hönggerberg die Privaten Parkplätze zwischen 240.- und 280.- kosten sollten? Im Zentrum unten mag es ja sein. Anscheinend muss die ETH einen Gewinn realisieren mit den Parkplätzen und das mit dem Geld der Mitarbeiter? Im Campus Hönggerberg hat es so viele Parkplätze da ist kein Mangel an Parkplätzen. Es gibt Mitarbeiter an der ETH die um 6.30 Uhr od. früher arbeiten müssen/dürfen. Da fahren noch nicht alle Büsse und Züge. Die haben dann mit der ÖV einiges länger als mit dem Auto (ca.1h). Und warum erhalten Studenten 1/3 Rabatt?

       
      • Regula Störrlein12.07.2019 06:59

        Antwort Teil 2: Zum Punkt Teilzeitbeschäftigte, die mit dem Auto an die ETH kommen: Parkmarken sind stets eine Pauschallösung. Sie ermöglichen es, die Garage auch ausserhalb der Arbeitszeit zu nutzen; deshalb machen Abstufungen nach Beschäftigungsgrad keinen Sinn. Beim Rabatt für Studierende ist festzuhalten: Dieser gilt nur für den Hönggerberg, und auch die Studierenden sind mit einer Erhöhung der Parkpreise konfrontiert. Im Zentrum haben Studierende keine Parkmöglichkeit. Die Anpassung an Marktpreise soll auch Anreize bilden, das eigene Anreiseverhalten zu prüfen und allfällige andere, wünschenswerterweise energiefreundlichere, Anreisewege und -mittel zu benützen. Die ETH Zürich unterstützt ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten mit verschiedenen Angeboten (siehe dazu auch die Informationen auf der Seite Campusmobilität). Für die in einem Kommentar geäusserten Ideen zur Stärkung und Förderung der nachhaltigen Mobilität (Stichwort Ladestationen für Elektrofahrzeuge) sind wir sehr offen. Entsprechende Ideen sind bereits in der Entwicklung.

         
         
      • Regula Störrlein12.07.2019 06:57

        Als mit der Umsetzung des Schulleitungsbeschlusses Beauftragte kann ich gut nachvollziehen, dass eine Anpassung der Parkgebühren an der ETH viele Reaktionen auslöst und es ein emotionales Thema ist. Im Folgenden möchte ich - in 2 Teilen - auf die vorgebrachten Punkte und Vorbehalte reagieren (Teil 1): Die ETH muss mit dem Parkwesen keinen Gewinn erzielen. Die Massnahmen zielen unter anderem auf eine Angleichung der Parkpreise der zwei Standorten Zentrum und Hönggerberg. Dass der Hönggerberg ein weniger gut erschlossener Aussenstandort sein soll, kann heute nicht mehr vertreten werden: Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist in den letzten Jahren laufend verbessert worden und wird mit dem Angebot des ETH Link unterstützt. Ein weiterer Punkt: Die ETH Zürich hat sich verpflichtet, im Rahmen der Initiative «Energie-Vorbild» (Link) des Bundes eine Vorbildfunktion einzunehmen. Eine der dort festgelegten Massnahmen lautet, Parkplätze für Mitarbeitende zu marktüblichen Konditionen zu verrechnen. Einige der geäusserten Kommentare stellen zur Debatte, was als «marktüblich» gelten kann. Dass die heutigen 60 Franken für die Parkgaragen auf dem Campus Hönggerberg nicht marktüblich und zu tief sind, dürfte unbestritten sein. Dies entspricht weder den finanziellen Grundsätzen noch den Nachhaltigkeitsvorstellungen der ETH und deshalb halten wir eine schrittweise Anpassung über die kommenden Jahre für gerechtfertigt.

         
         
       
    • Jean-Pierre Mächler09.07.2019 05:22

      Anpassung an den Markt? Da es auf dem Hönggerberg nicht wirklich einen Markt gibt finde ich die Preise überteuert. Die einzigen, die das Parkhaus nutzen sind die, die hier arbeiten. Am Wochenende steht das Parkhaus leer. Sieht für mich eher nach einem weiteren Versuch aus, die Leute zu zwingen auf den ÖV umzusteigen.

       
      • Julian Lotus10.08.2019 19:42

        Ja, und das ist auch gut so.

         
         
       
    • Sebastian Reitz08.07.2019 15:58

      Teil 2 von 2 In Zukunft wird das also, ausgehend von den 15‘000.- CHF, 45‘000.- CHF im Monat sein. Was dann ca. eine halbe Million CHF im Jahr ist. Im Vergleich zu momentan ca. 180‘000.- CHF im Jahr. Dass man für einen Tiefgaragenparkplatz bezahlen muss finde ich normal, weil es Entstehen viele Kosten, wie Beleuchtung, Belüftung, Reinigung und Unterhaltungskosten. Wenn man als ETHZ etwas für die Nachhaltigkeit unternehmen will, dann könnte man zum Beispiel moderne Ladestationen für Elektrofahrzeuge in die Garage bauen. Das würde vielleicht die Mitarbeiter motivieren ein Elektrofahrzeug zu kaufen, oder auch ein Auto auf Elektroantrieb umzubauen. Und vielleicht eine Wasserstofftankstelle bauen? Weil von diesen gibt es bis jetzt in der Schweiz viel zu wenige. Ich bin dafür dass wir, die Autofahrer welche für Parkplätze bezahlen, uns gegen diese Erhöhung wehren! Ich würde mich über Ideen und Anregungen freuen.

       
         
      • Sebastian Reitz08.07.2019 15:57

        Teil 1 von 2 Ich persönlich finde die 60.- CHF pro Monat genug. Momentan zahle ich 60.- CHF pro Monat, das macht dann 720.- CHF im Jahr. In naher Zukunft soll ich dann 180.- CHF pro Monat bezahlen. Dass ist dann 3 mal so viel, das heisst 2160.- CHF im Jahr. Ein Tiefgaragenparkplatz kostet ca. 30‘000 bis 40‘000 CHF. Bei der Grösse der Tiefgarage am Hönggerberg gehe ich eher von ca. 20‘000 CHF pro Platz aus. Ich denke niemand zahlt 180.- CHF in der Nähe vom Hönggerberg. Marktüblich ist das vielleicht im Zentrum der Stadt Zürich. Aber auch wenn es Marktüblich ist, heisst das noch lange nicht dass man seinen Mitarbeitern das abverlangen muss. Man zahlt ja schon sehr viel Steuern damit man das Auto überhaupt bewegen darf. Und mit diesen Steuern wird der öffentliche Transport gefördert. Was ich übrigens ganz in Ordnung finde. Da in diesem Artikel viel Verglichen wird, in früheren Anstellungsverhältnissen musste ich nichts bezahlen, fürs Abstellen meines Autos, mit welchem ich zur Arbeit fuhr (Aussenparkplatz). Am Hönggerberg hat es ca. 500 Parkplätze in der Tiefgarage. Wenn alle diese Plätze vermietet sind, was ich nicht glaube, ergibt das momentan 30‘000.- CHF im Monat. Ich denke ca. die Hälfte ist belegt, ergo 15‘000.- CHF plus Besuchereinnahmen.

         
           
        • Lukas Gallmann08.07.2019 13:27

          Es handelt sich um (prinzipiell nicht garantierte) Parkplätze für Mitarbeiter (also nicht mit einer Dauermiete im privaten Bereich vergleichbar). Was ist hier marktüblich? Selbst wenn man private Dauermieten als Referenz nimmt, bewegt man sich im Fall des Hönggerbergs in angrenzenden Quartieren auf ungefähr der Hälfte der angegebenen 240 bis 280 CHF (Quelle: homegate.ch für Zürich Affoltern). Eine Angleichung der Preise im Zentrum und auf dem Hönggerberg widerspricht zudem dem Argument der Anpassung an den Markt. Parkplätze im Stadtzentrum sind deutlich begehrter als jene auf dem Hönggerberg - was man nicht zuletzt leicht an der Anzahl freier Parkfelder zu Spitzenzeiten ablesen kann. Die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln soll gefördert werden (dies ist allerdings keiner der angegebenen Gründe für die Preiserhöhung), was prinzipiell zu begrüssen ist. Es gibt aber Mitarbeiter, für die die öffentlichen Verkehrsmittel keine praktikable Lösung darstellen. Zudem trifft die Erhöhung Mitarbeiter im unteren Einkommensbereich und mit Teilzeitpensen empfindlich.

           
             
          • Daniel Genucchi08.07.2019 11:09

            Ich frage mich, warum Studierende einen Rabatt von einem Drittel der Parkgebühren erhalten. Wer sich ein Auto leisten kann, soll wie alle anderen auch die offiziellen Parkgebühren bezahlen müssen.

             
               
            • Christian Furrer08.07.2019 08:14

              Marktübliche Preise? 180.- im Monat? Ich finde nirgends so hohe Preise in der Nähe vom Hönggerberg...Ich finde sogar Einzelgaragen in Höngg für 130.- im Monat. Zudem begreife ich nicht wieso Studierende 1/3 Rabatt auf einen Parkplatz bekommen...

               
                 
              • Claudia Zürcher08.07.2019 07:45

                Es ist unfair, dass Teilzeit-Beschäftigte ab einem BG von 51% die Parkgebühren zu 100% zahlen müssen. Somit erhöht sich auch der Betrag für nicht benutzte Parkzeit zusätzlich. Die Parkgebühren müssten der Beanspruchung der Parkzeit entsprechen, was mit den heutigen IT-Möglichkeiten kein Problem sein sollte.

                 
                   
                • Falk Lucas05.07.2019 15:20

                  Ich frage mich, ob die ETH mit Parkplätzen Gewinn machen muss? Die nächste Frage ist, ob die Gehälter nach den vielen Nullrunden dann auch entsprechend angepasst werden?