Wissenschaft ist weiblich – Frauen an der ETH Zürich
Die neue Ausgabe der App ETH Zürich Tours ist online und lädt dazu ein, den Campus Hönggerberg auf eigene Faust zu erkunden. Der Fokus dieses Rundgangs liegt auf der Rolle der Frau in der über 160-jährigen Geschichte der naturwissenschaftlichen Hochschule.

Bis Frauen begannen, sich an der ETH Zürich durchzusetzen, dauerte es eine kleine Ewigkeit. Erstmals tauchen sie bereits im 19. Jahrhundert auf, damals noch als «wissenschaftliche Flüchtlinge». Von der grundsätzlichen Frage, wieso es die damaligen Frauen besonders schwer hatten, bis zu Alltagsproblemen – die Tour deckt kurzweilig diverse Aspekte des Themas «Frauen in der Wissenschaft» ab. Und sie vermittelt gleichzeitig, was hinter den Fassaden der in den 1960er-Jahren entstandenen Campusanlage auf dem Hönggerberg steckt: zum Beispiel ein Ort für Kinderbetreuung, der eine signifikante Unterstützung im Alltag vieler Frauen bietet.
Längst wird der Frauenanteil an der Hochschule aktiv gefördert. «Wir gehen direkt an Gymnasien, um dort den zukünftigen Studierenden zu zeigen, was die ETH Zürich alles zu bieten hat. Die Besuche machen wir bewusst vielfach gemeinsam mit Studentinnen. Das hat dazu geführt, dass die Zahlen von weiblichen Studierenden gestiegen sind.» Dieses Zitat der ETH Rektorin Prof. Dr. Sarah Springman verdeutlicht, wie engagiert sich die ETH Zürich für ein chancengleiches Umfeld einsetzt. Lernen Sie auf dem Rundgang Prof. Dr. Sarah Springman und weitere Frauen kennen, die an der ETH Zürich ihren Weg gefunden haben und ihn weitergehen.
Die Pionierinnen
Im Rahmen der neuen App-Tour begegnen Ihnen an 14 verschiedenen Posten ausserdem die Pionierinnen ihrer Zeit, die die Entwicklung der ETH Zürich prägend vorangetrieben haben. Allen voran Nadina Smetzky, die sich 1871 als erste Studentin an der ETH Zürich einschrieb und damit den Grundstein legte, dem weitere Frauen folgten. Zu ihnen gehörten unter anderem die Deutsche Marie Baum und die Serbin Mileva Marić, die hier ihren späteren Gatten Albert Einstein kennenlernte.
Apropos Albert Einstein, auf seinen Spuren können Sie in der ersten Ausgabe unserer ETH Zürich Tours App durch das ETH Hauptgebäude wandeln. Was Sie für die Durchführung der Touren benötigen? Neugierde, Ihr Smartphone, eigene Kopfhörer, die ETH Zürich Tours App und 60 Minuten Zeit. Die Touren sind in Deutsch und Englisch verfügbar. Sie können zu Fuss oder mit Rollen unterwegs sein. Die App steht im externe Seite App Store und bei externe Seite Google Play zum Download bereit.
Kommentare
Warum ist wissenschaft nun weiblich? Immer gehts um gleichstellung wo sind denn hier die Männer? Das kanns ja dann auch nicht sein dass hier Frauen bevorzugt werden? Da sagt keiner was..aber wenn da stehen würde Wissenschaft is Männlich wärs ein kleiner Skandal mit Shitstorm
Einige Formulierungen in diesem Text lassen vermuten, dass es an den Frauen selbst und alleine liegt, dass sie nicht weiterkommen. Inhaltlich sollte hier gefeilt werden um klar zu machen, dass die zu nehmenden Hürden für Frauen in männerdominierten Bereichen nach wie vor hoch sind und der Wettbewerb nicht gleichberechtigt bestritten werden kann. "Bis Frauen begannen, sich an der ETH Zürich durchzusetzen, dauerte es eine kleine Ewigkeit." Ehrlicher: Bis den ersten Frauen vereinzelt erlaubt wurde, sich an der ETHZ durchzusetzen. “der eine signifikante Unterstützung im Alltag vieler Frauen bietet“ Es ist das Jahr 2021. Ein Ort für Kinderbetreuung sollte eine signifikante Unsterstützung im Alltag vieler Männer und Frauen und/oder Familien sein. Ihre Formulierung impliziert, dass die Kinderbetreuung nach wie vor Frauensache ist. Der Anteil der weiblichen Studierenden ist nicht das Problem der ETHZ. Das Problem ist die gläserne Decke und das gläserne Kliff. Leider wird der Fokus im Thema Chancengleichheit weiterhin auf den Benachteiligten gerichtet, statt den Privilegierten endlich aufzuzeigen, wo sie blind und diskriminierend sind. Die ETHZ ist ausgerichtet auf internationalen Wettbewerb, das bedeutet, die Energie wird immer erst in das Erklimmen der eigenen Karriereleiter investiert, und nicht darin, ein Team human und sozialkompetent zu leiten.
Der rund 60 Min. dauernde Spaziergang über den Campus Hönggerberg überrascht mit spannenden Highlights und wundervoller Gartenanlagen. Die informative Tour gibt spannende Facts zu den weiblichen Vorbildern an der ETH preis.