Backtipps von der ETH-Community

Viele leckere Rezepte aus unterschiedlichen Ländern erreichten uns nach dem Aufruf, Ihre Lieblingsbackrezepte einzusenden. Hier erfahren Sie nicht nur die Rezepte von Nicholas Cardo, Kristýna Kantnerová und Silvana Albert, sondern lernen auch deren Traditionen und Anekdoten rund um die Backwaren kennen.

Beehives

Von Kristýna Kantnerová, Postdoctoral Researcher, D-USYS

Kristýna Kantnerová mit den «Beehives»
Wenn es um den Namen dieses Gebäcks geht, gibt es zwei Lager. Kristýna Kantnerová gehört ganz klar zur «Beehives»-Seite.

Mein Weihnachtsgebäck stammt aus der Tschechischen Republik. Wenn es um dessen Namen geht, gibt es zwei Lager, und beide liegen permanent miteinander im Clinch. Denn beide Seiten denken, ihr Name sei der einzig wahre. Je nachdem, zu welchem Lager man gehört, heisst das Gebäck entweder «Beehives» (Bienenstöcke) oder «Wasp nests» (Wespennester). Für dieses Problem gibt es meiner Meinung nach eine einfache Lösung: Man benennt die Süssigkeit einfach nach der Form, in der sie gemacht wird. Weil meine Familie nur eine Form hat, die oben abgerundet ist und einen hübschen Bienenabdruck auf dem Gebäck hinterlässt, gehöre ich zum Bienenstock-Lager (im Gegensatz zu meinem Partner, der mit einer langweiligen Kegelform zum Wespennest-Lager gehört...😉).

Rezept

Teig
250 g gekaufte runde Löffelbiskuits
210 g Zucker
130 g weiche Butter
30 g Kakao
2 Esslöffel Rum
1 Esslöffel Milch
1 Eiweiss

Die Löffelbiskuits zerdrücken und alle Zutaten zusammenmischen, bis ein Teig entsteht. Der Teig sollte ein bisschen klebrig und fest sein. Wenn Sie genug Zeit haben, können Sie die Löffelbiskuits auch selber backen.

Füllung
150 g weiche Butter
100 g Puderzucker
1 Packung Vanillezucker
1 Eigelb
2 Esslöffel Rum

Alle Zutaten mit dem Mixer verrühren.

Weitere Zutaten
Puderzucker zum Bestäuben der Form
Löffelbiskuits

Ein Beehive und ein Wasp nest
Der Name «Beehive» kommt von der verwendeten Form.

Die Innenseite der Form (ich hoffe, Sie wissen jetzt, welche die richtige ist...) mit Puderzucker bestäuben, damit der Teig nicht klebt. Mit dem Zeigefinger ein wenig Teig in die Form pressen und in der Mitte einen Hohlraum freilassen. Einen Teil der Füllung in den Hohlraum geben und die Unterseite mit einem Löffelbiskuit verschliessen. Anstelle eines Löffelbiskuits kann man auch schottisches Shortbread, Spitzbuben oder französische Sablés verwenden. Die Form umdrehen, sodass das Biskuit unten ist. Die Form vorsichtig öffnen und vom Bienenstock entfernen. Massvoll geniessen!

Wenn Sie keine Form haben, können Sie von Hand eine kleine Halbkugel formen und dann die oben beschriebenen Schritte befolgen. Mit dem Zeigefinger ein Loch im Boden machen und die Füllung hineingeben. Das Loch mit einem Löffelbiskuit oder einem anderen Biskuit oder auch ein bisschen Teig verschliessen. Seien Sie kreativ!

Nanny’s Ricotta Cookies

Von Nicholas Cardo, Chief Operations Officer, CSCS

Nicholas Cardo mit einem Bild seiner Grossmutter Evelyn und einem Teller Cookies.
«Der Duft dieser Cookies versetzt mich zurück in meine Kindertage.» Nicholas Cardo mit einem Bild seiner Grossmutter Evelyn.

Hier kommt ein ganz einfaches Rezept aus meiner Kindheit. Es stammt von meiner Grossmutter – von uns liebevoll «Nanny» genannt. Der Duft dieser Cookies versetzt mich zurück in meine Kindertage. Ich habe ihr oft dabei zugeschaut, wie sie hunderte dieser Kekse backte. Sie sind leicht, lecker und man kann gar nicht anders, als sie zu geniessen. Jedes Jahr zu Weihnachten setze ich die Tradition dieser Cookies fort und backe sie unter den wachsamen Augen von Nannys Foto.

Meine Grossmutter Evelyn wurde in Italien, in Avellino, geboren und ging in die USA, als sie noch sehr jung war. Wo der Ursprung dieses Rezepts tatsächlich liegt, weiss man nicht, aber vermutlich stammt es noch aus der Zeit in Avellino und sie hat es von ihrer Mutter gelernt.

Das Rezept ist ganz einfach und eignet sich perfekt für einen Familienbackspass mit Kindern – und danach kommt auch noch die Belohnung beim Essen!

Rezept

225 g Weissmehl
200 g weisser Zucker
55 g Ricotta
125 g Butter
1 Ei
1 Teelöffel Vanille
1/2 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Salz
Puderzucker zum Bestäuben

Mehl, Salz und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Den Ricotta und die Butter in einer separaten Schüssel miteinander verrühren. Die Vanille hinzufügen und gut mischen. Den Zucker vorsichtig unterheben. Das Ei unterrühren, danach schrittweise die Mischung aus Mehl, Backpulver und Salz hinzugeben. Gründlich mischen, bis ein Teig entsteht. Der Teig ist dann noch feucht und klebt ein bisschen. Mit einem kleinen Löffel ca. 15 g Teig auf ein eingefettetes Backblech oder eine Backmatte geben. Da die Cookies ihre Form beim Backen annehmen, müssen sie nicht extra geformt werden. 9 bis 10 Minuten bei 180° C backen. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben. Zurücklehnen, entspannen und geniessen!

Cozonac

Von Silvana Albert, Research Software Engineer, D-HEST

Silvana Albert hält einen Teller mit ihrem frisch gebackenen Weihnachts-Hefegebäck
«Egal, wie satt man nach dem Weihnachtsessen ist: Für ein bisschen Cozonac ist immer noch Platz!» Silvana Albert mit ihrem frisch gebackenen Weihnachts-Hefegebäck.

Cozonac (Plural Cozonaci) ist unser traditionsreichstes Weihnachtsgebäck und kommt buchstäblich in jedem rumänischen Haushalt an Weihnachten und auch an Ostern auf den Tisch. Schon meine Grossmutter hat meiner Mutter beigebracht, wie man ihn macht, meine Mutter hat es mir beigebracht und ich werde es meiner Tochter beibringen (sie ist erst drei Jahre alt). So besteht die Tradition fort, wie schon seit hunderten von Jahren. Auch wenn ich seit zwei Jahren in der Schweiz lebe, mache ich zu Ostern und Weihnachten immer einen Cozonac.

Wegen der dicken Füllung aus Baumnüssen, Kakao und Zucker bezeichne ich ihn gerne als eine Art «besserer» Panettone. Zwar ist es nicht ganz einfach, die perfekte Form und Konsistenz zu erreichen, aber der Versuch macht sicher Spass. Und auch wenn er nicht perfekt aussieht: Schmecken tut er! Das Geheimnis meiner Mutter ist, den Cozonac mit Honig zu bestreichen, solange er nach dem Backen noch heiss ist. Am besten schmeckt er zusammen mit einem Glas Milch. Egal, wie satt man nach einem siebengängigen Weihnachtsessen ist: Für ein bisschen Cozonac ist immer noch Platz!

Rezept

Alle Zutaten mindestens eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen und bei Raumtemperatur stehen lassen. Nachdem die Brotbackform im Ofen ist, sollte die Ofentür 20 Minuten lang nicht geöffnet werden.

Zutaten für ein süsses Hefebrot
Für eine Brotbackform mit den Massen: L = 28 cm, W = 8–13 cm (trapezförmig), H = 8 cm

Teig
500 g hochwertiges Mehl
100 ml lauwarme Milch
2 Esslöffel Vollfettjoghurt
1 Esslöffel Vollrahm
100 g Zucker
100 g Butter
10 g Trockenhefe
1 Ei
Abgeriebene Schale einer Zitrone oder Orange
eine Prise Salz

Füllung
250 g gemahlene Baumnüsse
100 g Puderzucker
1 Teelöffel Kakao
1 Teelöffel Rum-Aroma

Weitere Zutaten für das Einfetten
100 g geschmolzene Butter

Ofen auf 180° C vorheizen. 3 Esslöffel lauwarme Milch auf die Hefe geben und gut vermischen. 5 bis 10 Minuten ruhen lassen. Das Mehl in eine grosse Schüssel geben. Die Mischung aus Hefe und Milch sowie alle anderen Zutaten (ausser der Butter) in die Mitte hineingeben. Alles zusammenkneten, bei Bedarf mehr warme Milch oder Mehl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nach und nach die geschmolzene Butter auf mittlerer Temperatur zugeben und dabei weiterkneten. Mit dicken Handtüchern abdecken und bei Raumtemperatur 15 Minuten ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Die gemahlenen Baumnüsse in einer separaten Schüssel mit dem Puderzucker, dem Kakao und dem Rum-Aroma vermischen. Aus dem Teig zwei gleich grosse Teile machen und beide zu einem Rechteck mit einer Dicke von 1 cm auswallen. Die geschmolzene Butter darauf träufeln. Danach die Mischung mit den Baumnüssen sorgfältig über beide Teile verstreichen. Die zwei Teile zusammendrehen und in der gefetteten und mit Mehl bestäubten Brotbackform platzieren. In der Form weitere 10-15 Minuten an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis das Volumen zugenommen hat. Mit geschmolzener Butter und einem verquirlten Ei bestreichen.

Den Cozonac 20 Minuten, oder bis er goldgelb ist, backen. Den Ofen auf 90° C herunterschalten und weitere 15 Minuten backen. Das Gebäck aus der Form stürzen, mit Honig bestreichen und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen. Widerstehen Sie der Versuchung, den Cozonac anzuschneiden, wenn er noch warm ist! Ich weiss, das ist schwer, weil er so gut riecht. Warten Sie ein paar Stunden, bis er ausgekühlt ist.

JavaScript wurde auf Ihrem Browser deaktiviert