Der Weg zu Netto-Null ist steinig, aber machbar

Porträtfoto von Reto Knutti

Ein nachhaltiger Wandel zu einer klimafreundlichen und artenreichen Schweiz ist nur möglich, wenn wir Energiewende, Klimaschutz und Biodiversität zusammen angehen. Das wird nicht einfach, lohnt sich aber und ist letztlich unabdingbar, meint Reto Knutti.

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5 Kommentare

  • peter müller15.11.2024 17:15

    Hr. Knutti hat immer noch nicht begriffen, dass das Pariser Abkommen und die Agenda 2050 gescheitert sind. Es ist vorbei, egal ob man 85000 Lobbyisten nach Dubai schickt oder nicht. Die Welt verändert sich. Die Wünsche zu Solar und Windenergie funktionieren nicht als Primärenergie. Länder wie Kazakstan, Mongolei, Russland haben minus 20- minus 60 GradTemperaturen. Da gefriert alles. Logisch wollen das ETH Vertreter nicht sehen, dass unter Umständen Holz und Gas die besseren Varianten sind. Die Russen haben Kachelöfen seit hunderten von Jahren, da ist mehr als ausreichend Expertise für Temperaturen in Minus 40,Grad Bereich vorhanden. Warum werden ein paar Pacific Inseln ziemlich klein höher eingestuft als Millionenstädte in Russland, Novosibirsk, Jekaterinenburg Krasnojarsk etc. über 1 Mio. Einwohner?

     
    • Martin Holzherr18.11.2024 10:50

      Zitat: „.. das Pariser Abkommen und die Agenda 2050 gescheitert sind. Es ist vorbei…..“ Falsch, es ist in Bezug auf den Klimawandel nie vorbei, wenn ein bestimmtes Fixziel nicht erreicht wird, denn es geht nicht primär darum etwa das 1.5 oder 2 Grad Ziel zu erreichen, sondern darum, den Klimawandel möglichst schnell zu stoppen. Und es gilt: 1.5 Grad Erwärmung ist besser als 2 Grad Erwärmung und 2 Grad Erwärmung ist um vieles besser als 2.5 Grad Erwärmung. Überhaupt werden in der Öffentlichkeit irreführende Narrative verbreitet. Selbst die Bezeichnung Klimakatastrophe ist irreführend, denn die Folgen einer Katastrophe wie etwa die Katastrophe des zweiten Weltkrieges war nach 25 Jahren weitgehend behoben, der Klimawandel wird aber auch nach 25‘000 Jahren noch spürbar sein und unsere Nachfahren noch beschäftigen. Die „Klimakatastrophe“ wird die Menschheit auch nicht auslöschen, aber sie wird das Leben in vielen Grossregionen der Erde sehr viel schwerer machen. Folgerung: Es ist völlig falsch zu sagen, es sei vorbei, wenn ein bestimmtes Klimaziel nicht erreicht ist, denn die Erwärmung macht nicht einfach Halt an einem bestimmten Punkt, sondern geht immer weiter solange noch technisch erzeugte Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen.

       
       
    • Martin Holzherr17.11.2024 10:46

      Zitat: „Die Welt verändert sich.“ Tatsächlich, der Klimawandel ändert alle Klimata weltweit. Zuerst einmal müssen sich alle Länder und auch Städte wie Novosibirsk sich an ein verändertes Klima mit höheren Temperaturen und anders verteilten Niederschlägen (meist mehr Starkregen, längere Trockenperioden) anpassen. Einige Regionen werden durch den Wandel aber kaum noch bewohnbar sein, und das sind nicht nur ein paar Pazifikinseln. Auch Millionenstädte wie das indische Chennai werden bei Erreichen einer 3-Grad Erwärmung beinahe unbewohnbar werden, denn in Chennai sind bei 3-Grad Erwärmung 180 Tage pro Jahr 31 Grad Celsius oder mehr zu erwarten (wet-bulb globe temperature), eine Temperatur, die man ohne Klimaanlage höchstens einen Tag lang übersteht und die das Leben vollkommen in die Innenräume verbannt. Teile Indiens gehört übrigens mit vielen anderen asiatischen Regionen zu den Gebieten, in denen die weitere Erwärmung das Leben sehr schwer bis unmöglich macht.

       
       
     
  • Wolfgang Geister31.10.2024 10:49

    Schade, dass Sie auf der Klimakonferenz nicht das Diagramm Seite 72 gezeigt haben, siehe https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2016_2020/2020_Umweltgutachten_Kap_02_Pariser_Klimaziele.pdf?__blob=publicationFile Es Zeigt, dass wir alle mehr zur Transformation beitragen müssen. Herzlichen Dank für Ihren Vortrag

     
       
    • Martin Holzherr27.10.2024 07:48

      Tatsächlich hängt in der Schweiz alles zusammen: Biodiversität, Landwirtschaft, Bevölkerungswachstum, CO2-Neutralität hängen eng zusammen und können nur gelöst werden, wenn man festlegt, in welche Richtung sich die Schweiz insgesamt verändern soll. Ich will hier einmal skizzieren, was vernünftige Lösungen wären, wenn die Schweiz Richtung 10 Millionen, vielleicht später 12 Millionen Schweiz geht. Bei diesem Szenario - einer Verstädterung der Schweiz - wird mit Sicherheit mehr Energie benötigt und mehr Erholungsraum. In einer solchen Schweiz sollte man die Landwirtschaft zurückfahren und der Biodiversität mehr Raum geben. Zugleich muss man für eine Schweiz mit 12 Millionen Einwohnern mehr Energie bereitstellen und dazu sollte man sowohl Erneuerbare ausbauen als auch die Atomkraftwerke an den alten Standorten erneuern. Neue AKW‘s an den alten Standorten sind nämlich sehr platzsparend, sie sind raumeffizient. Und das ist wichtig, denn auch in einer Schweiz mit 12 Millionen Einwohnern kann nur 40% der Landesfläche bebaut werden, der Rest sind Berge und die dienen vor allem der Erholung.